Sonntag, 19. Juli 2009

Osterwochenende am Lake Tekapo und im Mt. Cook National Park

Nachdem wir bereits ca. zwei Wochen in Christchurch waren, stand nun das lange Osterwochenende vor der Tür.

In den Tagen zuvor waren wir ja in der Stadt unterwegs und haben uns nach Jobs umgeschaut. Da an dem Osterwochenende die meisten Geschäfte und Firmen geschlossen haben, überlegten wir uns, ob wir in diesen Tagen nicht einen Ausflug unternehmen konnten. So haben wir uns Donnerstag Abend im Internet den Wetterbericht angeschaut und für die nächsten Tage wurde recht gutes Wetter voraus gesagt.

Freitag früh haben wir nach dem Frühstück fix unsere Sachen gepackt und den Van beladen und schon konnte die Reise los gehen.

Unser Ziel für den ersten Tag war der "Lake Tekapo" und am Samstag wollten wir dann weiter zum "Mt. Cook National Park".

Das Wetter war bestens, blauer Himmel und Sonnenschein und als wir auf dem Highway 1 Christchurch verlassen haben, konnten wir am Horizont die schneebedeckten Berge der "Southern Alps" sehen - einfach herrlich!

Den Tag zuvor hatte es nämlich in den Bergen den ersten richtigen Schneefall gegeben.
Auf halber Strecke haben wir eine Picknickpause eingelegt und dabei das herrliche Spätsommerwetter genossen.
Gegen 16 Uhr sind wir dann am Lake Tekapo angekommen. Dort haben wir gleich mal den direkten Weg zum Strand genommen. Auf dem See waren wiedermal einige Leute Wasserski fahren. Das Wetter war immer noch bestens, Sonnenschein und angenehme Temperaturen und das witzige war, dass am Strand sogar noch einige Schneereste lagen...

Der Lake Tekapo hat, wie viele andere Seen in der Gegend, eine leuchtend türkise Farbe. Die Farbe entsteht durch feine Sedimente im Wasser, dieses "Steinmehl" entstand, als sich ein Gletscher übers Land wälzte - während die Steine am Grund des Gletschers das Seebecken aushölten, wurden die aneinander reibenden Steine zu feinen Partikeln zermalmt, die sich schließlich nach der Gletscherschmelze im Wasser auflösten. Die Sedimente geben dem Wasser eine milchige Konsistenz und reflektieren das Sonnenlicht - hierdurch entsteht die leuchtende Farbe. Lonely Planet

Das leuchtend türkisblaue Wasser des Sees und die schneebedeckten Berge im Hintergrund sahen einfach einmalig aus - aber schaut es euch am besten selbst auf den Bildern an.
Wir sind dann ein ganzes Stück am Ufer des Sees langgefahren, bis wir letzendlich einen super Platz zum Übernachten gefunden haben. Dort haben wir uns dann leckeren Fisch gebraten und den Sonnenuntergang genossen. Nachdem die Sonne dann weg war, wurde es aber doch recht frisch. So haben wir uns es auf der Rücksitzbank unseres Van’s gemütlich gemacht und leckeren Rotwein getrunken.

Die Nacht war denn mit leichtem Frost doch echt frisch, aber nachdem die Sonne rauskam haben wir sogar draußen gefrühstückt.
Anschließend haben wir in Tekapo noch kurz ein paar Lebensmittel und Gas für unseren Kocher eingekauft und weiter ging es Richtung Mt. Cook.

Als wir im Mt. Cook Village ankamen, haben wir uns im DOC Visitor Information Centre erstmal erkundigt, welche Wanderungen man unternehmen kann und wie die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist. Nach einigem Überlegen haben wir dann am Samstag Nachmittag eine kleine Wanderung zum "Hooker Lake" und "Hooker Gletscher" unternommen.

Am Sonntag sind wir dann zur "Mueller Hut" hinauf gegangen. Von der "Mueller Hut" hatte man einen herrlichen Blick auf den gegenüberliegenden Mt. Cook, mit 3.755 m der höchste Gipfel in Neuseeland.

Das Wetter war auch wieder auf unserer Seite. Auf dem Weg nach oben wurde der Schnee immer mehr, so standen wir dann, als wir an der "Mueller Hut" ankamen, fast bis zu den Knien im Schnee. Das war für uns der Erste Neuschnee in Neuseeland.

Die Temperaturen waren aber angenehm warm. Auf den Fotos bin ich nur teilweise so "eingepackt", weil dort oben eine steife Brise wehte...

Am Nachmittag des Ostersonntags sind wir dann wieder unten an unserem Van angekommen und haben erstmal was leckeres zu essen gekocht und anschließend haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht und sind gegen 22 Uhr wieder in Christchurch gelandet.

Dort mussten wir dann erfahren, wie verrückt die Kiwis es hier mit dem Alkohol halten. Wir dachten uns auf unserem Rückweg nämlich, dass wir uns ja in unserer WG zum Ausklang des Wochenendes ein Bierchen gönnen können. Also wollten wir in Christchurch noch schnell ein paar Bier kaufen, ja und da hatte wir dann auch schon unser Problem. Wir sind in ein 24 h-Shop rein gegangen, haben dort aber leider kein Bier bekommen, da sie am Osterwochenende per Gesetz kein Alkohol verkaufen dürfen, nicht einmal Bier oder Wein.

Ja, so mussten wir uns dann am Ostersonntag abends in unserer WG mit Tee begnügen.

Das Alkoholverbot war übrigens fast das Einzige, woran man gemerkt hat, dass Ostern ist, außer vielleicht noch, dass man im Supermarkt ein paar Schoko-Ostereier kaufen konnte. Aber sonst hatte hier in Neuseeland eigentlich nix an Ostern erinnert. Keine Vorgärten oder keine Geschäfte waren osterlich geschmückt, so wie wir es aus Deutschland kennen...

Ja, dass soll es dann erstmal wieder gewesen sein, bis zum nächsten Bericht.

Hier noch ein paar Bilder für euch, viel Spaß beim anschauen:

http://picasaweb.google.com/partytom007/OsterwochenendeAmLakeTekapoUndImMtCookNationalPark
 
VLG aus Neuseeland
Thomas

Donnerstag, 2. Juli 2009

unsere Zeit in Christchurch - Part 2 - April/Mai 2009

Ja, eigentlich war ja einer der Hauptgründe, in Christchurch eine Weile zu bleiben, einen Job zu finden und ein wenig unsere Reisekasse aufzubessern und natürlich auch in den kälteren Herbstmonaten die Vorzüge einer Wohnung zu genießen.

Tobi wollte sein Glück als Metallbauer versuchen und ich habe versucht in irgendeiner Bar oder einem Café einen Job zu finden. Tobi hatte sich dann gleich in unserer ersten Woche in Christchurch bei allen möglichen Metallbau-Firmen vorgestellt. Die meisten haben ihm dann gesagt, dass sie eigentlich immer ausgebildete Leute suchen, zur Zeit ist, aufgrund der weltwirtschaftlichen Lage, die Auftragslage aber leider so, dass sie Niemanden brauchen. Einige haben aber auch gesagt, dass sie sich in den nächsten Wochen bei ihm melden werden.

Tobi hatte sich dann bei Tradestaff (eine Zeitarbeitsfirma) angemeldet und darüber die verschiedensten Jobs bekommen. So hat er z.B. mal hochwertige Möbel transportiert, bei "the Press" (der Tageszeitung von Christchurch), auf einer Baustelle oder in einer Recyclingfirma gearbeitet.

Ich habe mich bei etlichen Bar’s und Café’s vorgestellt, hab irgendwann mit dem Zählen aufgehört, aber es waren bestimmt zwischen 30 und 40 Bar’s und Café’s. Viele haben meinen CV (Lebenslauf) gern genommen und gesagt, dass sie sich melden, wenn sie eine freie Stelle haben. Gemeldet hat sich bis heute keiner von Denen ;-). Viele haben auch gleich gesagt, dass sie leider kein neues Personal brauchen. Letzendlich hatte ich dann doch insgesamt zwei Interviews und ein Probearbeiten.

Das Probearbeiten war in einem mexikanischen Restaurant hinter der Bar. Die hatten in der Tageszeitung eine Anzeige, dass sie Barstaff suchen, ich gleich angerufen und für den nächsten Tag ein Termin fürs Interview ausgemacht. Als ich zum Interview erschien, waren noch mindestens 5 Andere dort, die sich ebenfalls vorgestellt haben und auf dem Tisch lag noch ein riesiger Stapel weiterer CV’s. Sie sagten mir dann, dass sie sich in ca. 3 Stunden bei denen melden, die eine Chance zum Probearbeiten bekommen.

Als ich gesehen habe, wie viele Leute sich auf diese Stelle beworben haben, hab ich mir gesagt, dass es schon fast nen Wunder ist, wenn sie sich bei mir nochmal melden sollten. Aber manchmal geschehen halt auch noch Wunder und sie haben mich wirklich angerufen und zum Probearbeiten eingeladen.

Am Samstag Abend hatte ich dann mein Probearbeiten. Ich hatte schon von ein paar Freunden gehört, dass es in der "Mexican Bar" viele leckere Cocktails gibt.
Das ganze ging dann auch ganz entspannt los, der Barchef hat mit mir erstmal einen Kaffee getrunken und mich gefragt, wie meine Erfahrung hinter der Bar so sind. Dazu muss man sagen, dass ich meinen Lebenslauf ein wenig "pimpen" musste, um überhaupt eine Chance auf nen Job zu bekommen. So steht in meinem Lebenslauf, dass ich bereits 4 Jahre in Deutschland hinter der Bar gearbeitet habe ;-) Irgendwie muss man als Backpacker sich ja hier durchschlagen...
Naja, ich hab dann aber gesagt, dass ich nur einige Cocktials gemixt habe. "Caipi" und "Cuba Libre" sind ja für mich nun wirklich kein Problem.

Er hatte mir dann erstmal die Bar gezeigt und erklärt, wo sich was befindet. Zu meinem Glück war dann auch gerade noch "HAPPY HOUR". Nachdem er mir alles soweit gezeigt hatte, haben wir uns dann den Cocktails gewidmet. Wie es sich für ne gute mexican Bar gehört, gab es dort leckere Margaritas. Ich wusste bis dahin zwar, wie die Dinger aussehen und schmecken, aber hatte leider noch nie einen gemixt. Naja, aber er zeigte mir dann, was alles rein kommt und dann habe ich meine ersten Zwei gemixt, ansschließend gekostet und für gut befunden.
Dann flatterten auch schon die ersten Bestellungen rein und so habe ich in den drei Stunden so etliche Margaritas, Caipi und Co. gemixt und Bier gezapft usw. Obwohl ich gleich feststellen musste, dass die Caipis dort das Letzte waren, die haben anstelle von Rohrzucker, weißen Zucker und anstelle von Crashed Ice, Eiswürfel genommen. Da hätten die ja noch fast von mir lernen können ;-)

Sie haben mir dann gesagt, dass sie insgesamt 6 Personen zum Probearbeiten eingeladen haben und einer wird den Job bekommen. Ich muss zwar sagen, dass mein Probearbeiten echt gut lief, wenn man bedenkt, dass ich vorher noch nie hinter einer Bar stand, aber meine Chancen waren natürlich verdammt gering.

So war es dann auch, dass ich den Job leider nicht bekommen habe. Aber es war auf jedenfall eine Erfahrung wert.

Ich hatte dann aber letzendlich bei einem großen Eventmanagement einen Job bekommen. Die haben alle Veranstaltungen in der Stadthalle, dem Stadion, der Arena und dem Konferenzzentrum in Christchurch durchgeführt. Ich war dort im Food&Beverage-Team. Das heißt, ich war in dem Team, welches bei den Veranstaltungen für Essen und Trinken zuständig ist.

Mein ersten Einsatz hatte ich im Stadion bei einem Rugby-Spiel. Dort habe ich in einem Pizza & Suvlaki Shop gearbeitet und habe viele Pizzen und Suvlaki zubereitet und verkauft und natürlich auch selber gegessen ;-). Die Arbeit hat wirklich richtig Spaß gemacht und ich habe während der Arbeit auch nette Leute kennen gelernt und konnte viel englisch sprechen. Das Problem war nur, dass im Mai und auch im Juni nur recht wenige Events in Christchurch waren und ich so einfach zu wenig arbeiten konnte...

Insgesamt muss man sagen, dass es wirklich schwierig war, in Christchurch überhaupt irgend einen Job zu finden. Das lag einerseits an der weltwirtschaftlichen Lage, die nun auch mal an Neuseeland nicht spurlos vorbei ging und zum anderen versuchen gerade in der kalten Jahreszeit viele Backpacker in einer großen Stadt sich niederzulassen und einen Job zu finden.

Da das mit den Jobs in Christchurch nicht wirklich berauschend war, haben wir uns gesagt, dass es dann doch wohl langsam Zeit wird, weiter zu ziehen. Aber im Großen und Ganzen hatten wir trotzdem eine schöne Zeit in Christchurch und haben viele nette Leute kennen gelernt.

Wie es dann aufeinmal dazu kam, dass wir Christchurch dann doch recht spontan verlassen haben, ist schon wieder eine ganz andere Story, von der es später mehr zu lesen gibt.

Des weiteren haben wir ja auch noch so einige Ausflüge unternommen, von denen ich dann demnächst hier berichten werde.

Das soll es für heute erstmal wieder gewesen sein, diesmal ohne Bilder.

VLG aus Neuseeland
Tobi & Thomas