Montag, 10. August 2009

Unser doch recht spontaner Abschied in und von Christchurch - Ende Mai 2009

Der eigentliche Grund, dass wir uns in Christchurch für eine längere Zeit niedergelassen haben, war ja der, dass wir einen Job finden und ein wenig Geld verdienen wollten.


Ich hatte zwar meinen Job bei diesem großen Eventmanagement in Christchurch, aber dort viel zu wenig Stunden bekommen. Und Tobi hatte über seine Zeitarbeitsfirma auch nur ab und an mal etwas Arbeit bekommen.


Wir hatten ja wirklich alles versucht. Ich weiß gar nicht, bei wie viel Bars und Cafés ich mich vorgestellt habe, es waren bestimmt 30 oder 40. Aber ich denke das Problem war zum einen, dass gerade im Herbst und Winter viele Backpacker versuchen in einer etwas größeren Stadt sesshaft zu werden und einen Job zu finden und zum anderen geht die weltweite Rezession auch an Neuseeland nicht spurlos vorbei.


Es war für uns also so langsam aber sicher der Zeitpunkt gekommen, dass wir uns woanders nach Jobs umschauen.


Für uns blieben im Mai eigentlich nur zwei Alternativen, auf der Südinsel einen Job zu finden. Entweder den Winter über in einem der Skigebiete zu arbeiten oder in einem der vielen vineyards (Weinberge) in Blenheim und Umgebung (im Norden der Südinsel) einen Job zu finden. Dort beginnt nämlich Anfang Juni die Saison des prunnings (Zurückschneiden der Weinreben).


Da ein Job in einem der Skigebiete auf jedenfall besser als ein Job auf den vineyards ist, haben wir erstmal die Skigebiete in Angriff genommen.


So haben wir uns dann eines Morgens, wiedermal spontan beim Frühstück, dazu entschlossen, nach Queenstown und Wannaka, in den Süden zu fahren. Dort gibt es nämlich drei große Skigebiete und die Skisaison. Also haben wir nach dem Frühstück schnell unseren Van beladen, eingekauft und schon ging es ab in den Süden...


Wie der Zufall so wollte, sind Bine und Josi (die wir damals im Januar in der Bay of Island kennen gelernt haben und mit denen wir dort zusammen in einer WG gewohnt haben) am gleichen Tag wie wir in Queenstown angekommen. Wir haben uns dann dort mit ihnen getroffen, sie waren noch mit zwei holländischen Mädels unterwegs, die sie irgendwo an der Westküste kennen gelernt haben. Wir hatten dann alle zusammen in den Bars und Clubs von Queenstown noch recht viel Spaß...


Am Nächsten Tag haben Tobi und ich alle möglichen Restaurants, Bars, Hotels und Skiverleihe abgegrast, aber die meisten haben uns gesagt, dass wir ein wenig zu früh sind und am besten noch mal in drei Wochen vorbei schauen sollen. So sind wir nur einige Lebensläufe los geworden. Tobi hatte außerdem noch einige Metallbaufirmen angesteuert und die waren recht interessiert.
Nachmittags hatten wir dann bei bestem Sonnenschein direkt am Ufer des Sees eine kurze Kaffeepause eingelegt und uns anschließend mit den Mädels getroffen. Diese hatten für die nächste Nacht sich bei einem neuen "couchsurfer" niedergelassen und dort ein ganzen Haus für sich alleine.


So haben wir uns dann entschlossen, alle zusammen was leckeres zum dinner zu machen und spontan in dem Haus eine WG für 2 Nächte zu gründen ;-).


Am nächsten Tag, an dem es in einer Tour geregnet hat, haben wir alle zuammen noch einen Ausflug nach Arrowtown, einer alten Goldgräberstadt, gemacht.


Wenn es auch jobmässig an diesem Wochenende nicht viel für uns in Queenstown zu holen gab, so hatten wir doch zusammen mit den Mädels in unserer "Wochenend-WG" eine super Zeit. Es war echt schön, Josi und Bine nach über 4 Monaten wieder zu sehen.


Im Laufe der nächsten Woche haben wir dann noch einen Tagesausflug nach Methven gemacht. Methven liegt ca. eine Autostunde von Christchurch entfernt und ist im Sommer fast ausgestorben, erweckt jedoch im Winter zum Leben, da ganz in der Nähe der Mt. Hutt liegt, ein weiteres großes (für neuseeländische Verhältnisse) Skigebiet.


Dort lief es auch recht gut für uns beide. Ich habe mich als erstes in der "Forest Lodge" vorgestellt. Diese Lodge hat auch ein Restaurant und eine Bar und ich kam mit dem Besitzer gleich ins Gespräch und er war sehr interessiert. Er hat mir dann gesagt, dass er noch mit seiner Frau absprechen muss, wie viel vom Personal der Vorsaison zurück kommt und er sich aber bei mir im Laufe der nächsten zwei Wochen meldet. Mit dem Job würde es dann Mitte / Ende Juni losgehen.


Tobi hatte sich in einigen Skiverleihen vorgestellt, dort direkt zwar kein Erfolg gehabt. Bei dem einen Skiverleih hat er aber den Tip bekommen, sich in einer Lodge vorzustellen, die auch Jemanden suchen. Das hatte er auch gemacht und sich mit dem Besitzer auch gleich super verstanden. Er wollte sich dann in den nächsten Tagen bei ihm melden.


Nach dem doch recht erfolgreichen Ausflug sind wir wieder zurück nach Christchurch. Zwischenzeitlich hatten sich Bine und Josi bei uns gemeldet. Die beiden waren nämlich auch auf Jobsuche und sie haben uns gesagt, dass sie ein Job in Blenheim auf einem Vineyard in Aussichthaben. Sie waren aber gerade noch in Queenstown im Süden und mussten so schnell wie möglich nach Blenheim in den Norden kommen. Auf dem Weg dahin haben sie uns noch kurz in Christchurch besucht und bei uns übernachtet. Wir haben ihnen natürlich gleich gesagt, dass sie sich in Blenheim mal um horchen sollen, ob die noch mehr Leute brauchen. Sie haben uns dann auch die Telefonnummer von Blenheim gegeben und wir haben dort gleich angerufen. Natülich haben wir angegeben, dass wir bereits Erfahrungen im Prunning haben. Denn wenn man angibt, dass mein keine Erfahrung hat, kann man vergeblich nach einem Job suchen ;-)


Tobi hatte ein paar Tage zuvor noch einen deutschen Bauingenieur, der in Taupo (auf der Nordinsel) arbeitet, per e-mail angeschrieben. An Ihn ist er über ein paar Beziehungen ran gekommen. Und das Büro, in dem er arbeitet hatte schon im März einen Ingenieur gesucht, damals hatte Tobi sich dort aber noch nicht gemeldet, weil wir ja gerade auf der Südinsel ankamen. Aber nun hatte sich Tobi gedacht, man sollte halt alle Möglichkeiten, einen Job zu bekommen, ausschöpfen.


Am Montag dem 25. Mai war dann plötzlich und unerwartet der Tag der Entscheidungen. Als erstes haben in bei dem vineyard in Blenheim angerufen und für Donnerstag ein Termin zum Probearbeiten ausgemacht. Das hieß also für uns, dass wir spontan am Mittwoch Christchurch verlassen werden.


So weit so gut, dann hatte Tobi noch seine e-mails gecheckt und dort hatte sich der Ingenieur aus Taupo gemeldet und ihm geschrieben, dass die Firma immer noch einen Ingenieur sucht und Tobi am besten so schnell wie möglich nach Taupo kommen soll.


Ja, nach einigem Überlegen stand dann also fest, dass ich am Mittwoch allein nach Blenheim fahren werde und Tobi einige Tage später auf die Nordinsel fliegt und dort sein Glück als Bauingenieur versucht. Wir sind ja hier schon für unseren spontanen Entscheidungen und Ausflüge bekannt, aber das war selbst für uns beide nun doch etwas zu spontan. Aber es half halt alles nix, denn es machte keinen Sinn, weiter in Christchurch zu bleiben, da es hier jobmäßig für uns nix zu holen gab.


So haben wir dann am Dienstagabend noch in Tobi seinen Geburtstag reingefeiert und Mittwoch Mittag hab ich dann den Van angeschmissen und mich auf den Weg nach Blenheim gemacht.
War schon etwas eigenartig, nach 5 Monaten gemeinsamen Reisen auf einmal allein durch die Gegend zu fahren.


Aber das ist ja schon wieder eine ganz andere Geschichte. Von der gibt es dann nächstes Mal mehr zu lesen.


Hier noch ein paar Bilder von unseren Ausflügen in den Süden und zum Mt. Hutt sowie von Tobi’s Birthdayparty:


http://picasaweb.google.com/partytom007/QueenstownMtHuttUndTobisBirthday

 
Viele Grüße aus Neuseeland sendet euch
Thomas
 

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