Samstag, 7. März 2009

Von Rotorua nach Hastings, am "East Cape" vorbei

Nachdem wir ca. 3 Wochen in Rotorua verbracht haben und dort wirklich eine sehr schöne Zeit hatten, wurde es langsam wieder Zeit, weiter zu fahren.


Kurz vor unserer Abreise aus Rotorua kam noch Rachel (die englische Mitbewohnerin aus unserer WG in Pahia in der "Bay of islands") zu uns und mir ihr zusammen haben wir den nächsten Abschnitt unserer Reise zur "Hawks Bay" unternommen.


Von Rotorua aus ging es erstmal wieder zur Ostküste und diese dann in südliche Richtung bis zum "East Cape", dem östlichen Zipfel Neuseelands.
An der Ostküste haben wir des öfteren kleine Zwischenstops eingelegt (immer wenn uns die Bucht oder der Strand allgemein besonders gefallen hat).


An dem einen Strand haben wir dann gesehen, dass dort gerade einige Leute angeln. Wobei man dazu kurz erklären muss, wie das neuseeländische Angeln meistens abläuft. Die Leute fahren nämlich mit einem kleinen Strandbuggy ans Wasser und befördern so eine Art Harpune in Wasser. An dieser ist eine sehr lange Angelsehne (mehrere hundert Meter) und an dieser Angelsehne werden in gewissen Abständen die Köder befestigt. Nachdem das ganze dann ca. eine halbe Stunde im Wasser ist, wird es langsam wieder rausgezogen und mit ein wenig Glück befindet sich an dem ein oder anderen Köder ein Fisch.


Hier an der "East Coast" möchten die Angler auf diese Art meistens Redsnapper fischen.
Wir haben dann gesehen, dass die Angler gerade dabei waren, ihre Angelsehne wieder ans Land zu ziehen und an den meisten Ködern waren sogar Fische drann. Wir haben uns das ganze dann vom Nahen mal angeschaut und konnten sehen, dass an den Ködern keine Redsnapper sondern kleine Hammerhaie angebissen hatten. Diese wurden dann von den Anglern wieder ins Meer zurück befördert.
Da sich so einige Hammerhaie an den Ködern befanden, haben die Angler uns dann gesagt, dass wir diese auch wieder ins Meer aussetzen können. So hatten wir das erste Mal einen lebenden Hammerhai in der Hand...


Die erste Nacht haben wir dann wieder direkt am Strand übernachtet und abends sogar ein kleines Lagerfeuer gemacht. Vorher hatten wir erst noch versucht, mit unserem Van direkt auf den Strand zu fahren. Nachdem wir uns dort aber festgefahren hatten und mit etwas Mühe wieder festen Boden unter den Rädern hatten, haben wir dann doch lieber am und nicht auf dem Strand übernachtet.


Den nächsten Morgen ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück (Tobi hatte vorher am Strand noch frische Muscheln gesammelt, welche wir dann am Abend gegessen haben) weiter Richtung "East Cape". Diese Region Neuseelands ist touristisch kaum erschlossen und auch recht dünn besiedelt. Größere Städte gibt es dort nicht, sondern immer nur kleine Orte, die zum Teil auch recht verlassen aussehen.


Am Nachmittag haben wir dann das "East Cape" erreicht. Dies ist ein wirklich weit abgelegenes Fleckchen Erde, die letzten 20 km führte dort nur noch eine Schotterstraße hin, auf der es immer mal wieder vorkam, dass es sich dort eine Kuhherde gemütlich gemacht hat.
Am "East Cape" sind wir dann zum Leuchtturm rauf gegangen und haben von dort oben die Aussicht genossen.



Anschließend haben wir uns dann direkt an der Straße zum " East Cape" ein schönen Platz gesucht und unser Abendessen zubereitet. Als das Essen gerade fertig war, kam ein Einheimischer mit seinem Geländewagen (auf der Ladefläche waren noch 5 oder 6 Schäferhunde) an und hatte gefragt, was wir hier machen. Wir haben ihm dann gesagt, dass wir hier unser Abendessen zubereiten und gleich essen werden. Er sagte uns dann, dass wir hier aber nicht übernachten können, da dies Privatland ist. Ein paar Kilometer weiter befindet sich aber ein Campingplatz und dort können wir für 5 $ pro Person übernachten. Bei ihm konnten wir dann auch gleich für die Nacht bezahlen, denn dies ist einer von den Campingplätzen, die nicht bewirtschaftet sind.


Wir haben dann also die Nacht auf dem Campingplatz verbracht und dies war auch ganz gut so, denn am nächsten Morgen hatte es geregnet und so konnten wir wenigstens unter dem Vordach des "Empfangsgebäude" gemütlich frühstücken.


Nach dem Frühstück ging es dann weiter. Unser nächstes Ziel war der Mt. Hikurangi (1.700 m). Dieser befand sich ca. 60 km entfernt und wir wollten ihn besteigen.
Dazu sind wir erst in den nächst größeren Ort gefahren und haben dort im Informationszentrum die Hütte zum übernachten, welche sich auf dem Weg zum Gipfel befindet, vorgebucht. Der Maori, der in dem Informationszentrum gearbeitet hat, war super nett und hat uns den Weg beschrieben und uns viele Fotos gezeigt. Das besondere an diesem Berg ist nämlich, dass man von dort aus als einer der Ersten Neuseelands den Sonnenaufgang sehen kann.
An diesem Tag war es zwar sehr bedeckt aber wir hatten die Hoffnung, dass sich das Wetter bis zum nächsten Morgen bessert.


Von dort aus sind wir dann zum carpark gefahren, haben dort noch etwas gegessen und unsere Sachen gepackt und dann ging es gegen 16 Uhr los.
Der komplette Weg führte durch Privatland. Auf den Weg zur Hütte ging es erst durch unzähligen Schafsherden und zum Schluss durch Rinderherden durch. Aber zum Glück waren die Rinder ziemlich scheu und haben uns den Weg immer frei gemacht.
Gegen 19.30 Uhr sind wir dann an der Hütte angekommen. Die letzte Stunde führte der Weg nur noch durch Nebel und wir waren recht froh, dass wir trotzdem noch den richtigen Weg gefunden hatten.


Nächsten Morgen haben wir uns dann zu 5.30 Uhr den Wecker gestellt und uns das Wetter angeschaut. Und wir hatten echt Glück, denn genau im Osten war der Himmel recht klar, so dass dem Sonnenaufgang nichts mehr im Wege stand. Also sind wir schnell raus aus der Hütte, noch ein paar Meter gegangen und haben dann einen wirklich tollen Sonnenaufgang gesehen. Direkt als die Sonne raus kam hatte es noch zu nieseln angefangen, so dass man auf der einen Seite den Sonnenaufgang und auf der anderen Seite einen riesigen Regenbogen hatte. Ein paar Meter unterhalb der Hütte waren noch einige Maorischnitzereien, hier konnte man super Fotos vom Sonnenaufgang machen.


Kurz nach dem Sonnenaufgang hatte es sich dann wieder zugezogen und zu nieseln angefangen. Wir sind dann erstmal wieder in die Hütte gegangen und haben gefrühstückt. Nach dem Frühstück hatte sich das Wetter dann aber wieder gebessert und wir konnten bei Sonnenschein den Weg zum Gipfel in Angriff nehmen. Oben hatte man dann einen wirklich beeindruckenden Ausblick. Kurze Zeit später hatte es sich dann aber wieder zugezogen, so dass wir den Rückweg in Angriff genommen haben.


Gegen 15 Uhr waren wir dann wieder an unseren Van und haben uns dann erstmal eine riesige Portion Pasta gemacht, die hatten wir uns auch wirklich verdient.
Auf den Weg von der Hütte zum Carpark konnten wir dann auch miterleben, wie der Schäfer seine Schafe ins Tal treibt. War echt beeindruckend, der Schäfer saß auf seinem Pferd und hatte seinen Hunden die Kommandos zugerufen und die Hunde haben tausende von Schafe über mehrere Hügel ins Tal getrieben. Sah schon toll aus.


Am Nachmittag sind wir dann noch bis kurz vor Gisborn gefahren und haben dort wieder am Meer übernachtet.



Den nächsten Morgen mussten wir auch wieder um 5.30 Uhr aufstehen, weil wir Rachel nach Gisborn zum Bus gebracht haben. Dieser fuhr um 7 Uhr los und mit diesem ist sie nach Auckland gefahren. Wir beide haben dann erstmal eingekauft und sind in Gisborn direkt an den Strand gefahren, haben dort gefrühstückt und bei sonnigem Wetter erstmal unser Van ausgeräumt und sauber gemacht. Vormittags geng es dann weiter Richtung Hastings, dort sind wir dann gegen 17 Uhr angekommen.


Wir hatten bereits telefonisch uns um einen Job gekümmert, dieser sollte erst am Samstag starten und als wir dann ankamen haben wir dort nochmals angerufen und man sagte uns, dass es doch erst am Montag los geht.



Wir haben dann die Nacht erstmal nochmal am Meer übernachtet. Dort haben wir einen kostenlosen Campingplatz gefunden. Auf diesem kann man aber eigentlich nur stehen, wenn man in einem Club Mitglied ist. Auf unserem Weg zum "East Cape" hatten wir nämlich Einheimische getroffen, die in diesem Club waren und uns davon erzählten. Als Clubmitglied bekommt man einen Katalog und in diesem sind alle kostenlosen Campingplätze in Neuseeland eingetragen.
Wir sind zwar nicht Mitglieder, haben uns aber trotzdem dort drauf gestellt. Nach ca. einer Stunde kam einer unserer Nachbarn zu uns und fragte uns, ob wir heißes Wasser benötigen, wir haben dann dankend abgelehnt, da wir nämlich gerade mit unserem Gaskocher am kochen waren. Das hatte er dann auch gesehen und mit ihm kamen wir dann ins Gespräch. Er war super nett und das obwohl er ganz genau wusste, dass wir keine Mitglieder des Clubs sind.


Als wir dann nächsten morgen aufwachten hat es geregnet und kaum hatten wir unser Fenster aufgemacht, kam unser Nachbar an und hat uns eine Thermoskanne heißes Wasser für unseren Kaffee gegeben. Einfach nur super nett die Kiwis. Wir haben dann in unserem Van gefrühstückt und als wir losgefahren sind, haben all unsere Nachbarn, die gerade alle zusammen in einem Wohnmobil einen Frühschoppen gemacht haben, uns freundlich zugewunken.


Wir sind dann zum "pikcnz" Büro gefahren und haben uns dort eine weitere Telefonnummer von einem potentiellen Arbeitgeber geben lassen.


Dort haben wir dann angerufen und uns mit ihm gleich verabredet. Eine halbe Stunde später hatten wir dann unseren nächsten Job. Den nächsten Tag ging es dann um 7.15 Uhr mit Apfelpflücken los.


Davon werde ich euch dann demnächst mal berichten.


Hier noch einige Bilder:


http://picasaweb.google.com/partytom007/EastCoast



LG Tobi & Thomas

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Tommi!Ich bin total hingerissen und begeistert von Deinen Fotos und Berichten.Könnte sofort hinterherfliegen...
Ein beeindruckendes Land und seine Leute.
Toll,dass Ihr diese Möglichkeit habt und nutzt.
Wir wünschen Euch weiterhin so gute,positive und interessante Reiseerlebnisse und Wegbegleiter!!!

Liebe Grüsse aus MD von Frank,Drea,Robin ,Lucas und Jens

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr Zwei, tolle Landschaften und Erlebnisse. Hammer diese Haie ;-)
deSina

Anonym hat gesagt…

Hey Champ!!

na super die foto´s und dein schöner langer bericht!! die haie sehen ja echt noch "niedlich" aus so klein...
naja und die landschaft und der tolle sonnenaufgang...toll, besonders auch die kühe und schafe die euren weg kreuzten...witzisch... ;-)
ihr seid auch so´n paar kleine waghalsige kletter-maxe, wa??
zumindest sieht es aber echt nach profimäßiger bekleidung aus!
ps: wie wascht ihr denn? gibt´s waschsalons in d. größeren städten?

liebste, schönste und grad sonnigste frühlingsgrüße aus stade von deiner dine mit robi & elias