Sonntag, 30. August 2009

Auf dem Vineyard in Blenheim - Ende Mai / Anfang Juni 2009

Nachdem wir den Abend zuvor noch in Tobi’s Geburtstag reinfeierten, habe ich am nächsten Vormittag meine Sachen zusammen gepackt, den Van beladen und gegen Mittag Christchurch verlassen.

Es war schon ein eigenartiges Gefühl, nach 5 Monate des gemeinsamen Reisens, plötzlich alleine weiter zu reisen...

Aber wenigstens das Wetter war auf meiner Seite. Als ich in Christchurch gestartet bin, war es dort grau und trübe und kaum hatte ich Christchurch hinter mir gelassen, war auf einmal bestes Wetter. So konnte ich die herrliche Landschaft und die Sonne genießen.

Nach ca. 5 Stunden Autofahrt bin ich dann abends in Blenheim angekommen und war ganz froh, dass mir Bine und Josi in ihrer WG erstmal Asyl angeboten haben.

Die beiden haben mich in ihrer WG empfangen und wir hatten dann zusammen mit den chilenischen Flatmates erstmal ein leckeres dinner.

Josi und Bine wohnten in der WG mit drei Jungs aus Chile und zwei asiatischen Pärchen zusammen. Das beste an dieser WG war der Kamin im Wohnzimmer.

Am nächsten Tag hatte ich dann den Termin auf dem Vineyard, auf dem auch die beiden Mädels arbeiteten. Am Telefon haben sie uns gesagt, dass wir, um den Job zu bekommen, einen Test absolvieren müssen. Die Mädels konnten das aber kaum glauben, weil sie keinen Test machen mussten.

Ich bin dann also guter Dinge dort hin gefahren und mit mir waren noch 5 andere Männer dort. Als Erstes mussten wir den ganzen Papierkram ausfüllen und dann sind sie doch wirklich mit uns raus gefahren und wir mussten an ein paar Weinreben unser Können unter Beweis stellen.
Als wir auf dem Vineyard angerufen haben und den Termin vereinbart haben, haben wir natürlich gesagt, dass wir bereits Erfahrung im Pruning haben. Denn nach 5 Monaten work and travel in Neuseeland wissen wir nun schon, dass man immer sagen muss, dass man Erfahrung hat. Sonst bekommt man hier nämlich nie einen Job.

Naja, nun war ich auf Jedenfall auf dem Vineyard und mußte zeigen, was ich kann. Dabei hatte ich ja vom pruning nun wirklich keinen blassen Schimmer. Was ein Spaß, das kann ich euch sagen. Sie haben uns dann also alle aufs Feld gefahren und dort hat uns ein Angestellter an ein paar Reben gezeigt, wie sie sich das pruning vorstellen und anschließend hatte jeder von uns ne große Astschere bekommen und wir mussten jeder einige Reben beschneiden.

Anschließend ging es wieder zurück ins office und dort haben sie mir dann gesagt, dass ich den Test leider nicht bestanden habe. So ein Mist, dachte ich mir. Aber ich hatte mir den Abend zuvor von den chilenischen Flatmates noch ein paar Telefonnummern von anderen vineyards geben lassen. Die habe ich dann gleich alle angerufen bzw. angeschrieben. Dann habe ich noch alles Hostels und Jobagenturen abgeklappert. Bei den Jobagenturen hat man mir gesagt, dass es auf den meisten Vineyards erst in einer Woche los geht. Das war mir eindeutig zu lange hin. Schließlich bin ich ja zum arbeiten nach Blenheim gefahren.

Aber ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt und in irgend einem Hostel hatte ich noch einen Aushang gesehen, dass Jemand Leute fürs Prunning sucht. Dort hab ich angerufen, natürlich wieder angegeben, dass ich Erfahrung habe ;-) und er hat mir gesagt, dass ich am nächsten Morgen anfangen kann. Na geht doch...

Treffpunkt war am nächsten Morgen um 6:45 Uhr ganz in der Nähe von unserer WG. Das war ja auch mal wieder eine echte Erfahrung, das kann ich euch sagen. Treffpunkt war an einer Autowerkstatt, als ich dort ankam waren noch eine Handvoll anderer Leute dort, nach ca. 5 Min kamen drei Kleinbusse angefahren, die Typen von der Werkstatt haben gesagt, wir sollen dort einsteigen. Haben wir auch gemacht. In dem Bus, in dem ich saß, waren fast nur Leute von irgendwelchen Südseeinseln, die kaum englisch konnten. War ganz froh, dass noch ein Deutscher und ein Engländer mit mir zusammen eingestiegen sind, die auch schon ein paar Arbeitstage auf dem vineyard hinter sich hatten...

Nach ner guten halben Stunde Fahrt haben wir dann unseren vineyard erreicht, nun war es auch schon fast hell. Dort haben sie mir dann kurz gezeigt, was ich machen soll und mir meine ersten zwei Reihen gegeben und schon ging das Arbeiten los.

Hierzu muss man sagen, dass das Zurückschneiden der Weinreben in 4 Arbeitsschritten erforgt.

1. Pruning - das grobe Zurückschneiden der Reben, wobei die besten 5 oder 6 jungen Äste übrig
bleiben

2. Stripping - die abgeschnittenen Äste müssen aus den Reihen gezogen werden

3. Trimming - von den 5 oder 6 übrig gebliebenen Äste werden alle Zweige, Blätter und alte
Trauben abgeschnitten

4. Wrapping - 3 Äste werden wieder um die Drähte gewickelt, an denen wachsen dann im
nächsten Jahr wieder die neuen Trauben.

Ich war die ersten 2 Tage mit dem Strippen und die restlichen Tage mit dem Trimming beschäftigt.
Im großen und ganzen muss ich sagen, dass die Arbeit auf dem vineyard nicht so anstrengend war, wie das applepicking. Dazu kam noch, dass die Landschaft einfach einmalig war. Weit und breit nur Weinberge, das sah echt super aus. Der einzige Nachteil war, dass man dabei eigentlich kaum was verdient hat.

Die Arbeit ging täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Abfahrt war immer um 6.45 Uhr und zurück waren wir immer gegen 17.30 Uhr. Also hatten wir immer ca. einen 11 Stunden Tag. Es kam halt immer drauf an, was man für Arbeitsschritte machen musste, aber im großen und ganzen kann man sagen, dass man schon echt gut war, wenn man 80 bis 90 $ am Tag verdient hat (abzüglich Steuern versteht sich). Einige der Mädels haben an manchen Tagen gerade mal 45 $ minus Steuern verdient. Also im Großen und Ganzen echt ein Witz!!!

Aber ich hab die guten Seiten betrachtet, das war zum einen die super Landschaft und zum anderen das Super Wetter. Wir hatten nämlich jeden Tag nur Sonnenschein. Es gab zwar bereits Nachtfrost und als wir frühs ankamen war es noch recht frisch, aber sobald die Sonne raus kam, wurde es mit ca. 15 °C angenehm warm. Und die Sonnenaufgänge und -untergänge waren wirklich atemberaubend. Bloß Geld konnte man dabei nicht wirklich verdienen.

Und es war nicht ganz so lustig, wie beim Äpfelpflücken, denn meistens war man in seiner Reihe allein und im Umkreis von 500 m war weit und breit kein anderer zu sehen. Es lebe der ipod sag ich da nur...

Nachdem ich die ersten Tage noch "schwarz" in der WG gewohnt habe, bin ich dann offiziel dort eingezogen. Wir hatte echt eine super Zeit dort. Haben immer leckere Sachen gekocht. Den einen Abend haben unsere Chilenischen Freunde etwas typisch chilenisches zubereitet. Fragt mich jetzt nicht, wie es heißt, aber es es war sehr lecker. Und den anderen Abend haben wir dann leckeren Goulasch gekocht.

Sonntag war immer frei und am ersten Montag war ein Feiertag, so hatte ich nach den ersten beiden Tagen auf dem vineyard erstmal zwei Tage frei. An unserem freien Tag haben wir dann einen kurzen Ausflug zum Meer unternommen.

In der Woche selber war eigentlich fast nur Arbeiten angesagt. Da wir jeden Tag gegen 5:45 Uhr aufstehen und dann 11 Stunden arbeiten mussten, war nicht viel mehr los in der Woche.

Eigentlich hatte ich vor, ca. 3 oder 4 Wochen auf dem Vineyard zu arbeiten. Und anschließend wollte ich den Winter über dann in irgend einem Skigebiet arbeiten. Ich hatte, nachdem ich bereits eine knappe Woche in Blenheim war, in dem einen Restaurant in Methven angerufen, wo ich vor einigen Wochen mich schon mal vorgestellt hatte. Und der Bos sagte mir, dass er sehr interessiert ist und ob ich demnächst nicht mal vorbei kommen kann, damit wir alles weitere genau besprechen können.

Das hörte sich natürlich super an, so habe ich mich dann kurzerhand dazu entschlossen einen Wochenendausflug nach Methven zu machen (denn eine Autofahrt von Blenheim nach Methven dauert ca. 7 h). Ich hatte dann die Mädels noch gefragt, ob sie mich begleiten wollen und Bine war sofort dabei.

Aber darüber werd ich euch dann später berichten.

Hier hab ich noch ein paar Bilder für euch, bloß von unserem Vineyard selbst sind leider keine dabei, da ich leider nie meine cam mit zum Arbeiten hatte. Viel Spaß beim anschauen:

http://picasaweb.google.com/partytom007/Blenheim
 
 
Beste Grüße aus NZ
Thomas
 
 

2 Kommentare:

Siebi hat gesagt…

Franz was hastn, du mit deinen Haaren gemacht! :-P

Tom hat gesagt…

einfach wachsen lassen ;-)