Nach unserem Zwei-Tages-Tripp bis zum Lake Taupo haben wir Freitag früh bei BürgerKing unsere Arbeitsverträge unterschrieben. Wir hatten dann gleich gefragt, wann wir unsere erste Schicht bekommen werden und Brian, der Manager, gesagte, dass unsere erste Schicht erst am Dienstag sein wird, da der Dienstplan immer Dienstags neu beginnt.
So hatten wir also insgesamt 4 Tage frei und da haben wir dann gleich den nächsten Ausflug unternommen, um von der Gegend hier so viel wie möglich mitzubekommen.
Es ging auf zum "Tongariro National Park".
Der Nationalpark rund um den Mt. Tongarir, gegründet im Jahr 1887, ist der erste auf neuseeländischem Boden. Die drei Bergriesen im Park waren ein Geschenk des örtlichen Maoristamms an die neuseeländische Regierung. Die Stammesoberen sahen in diesem Schritt die einzige Möglichkeit, das Gebiet, das für die Maori spirituell große Bedeutung besitzt, zu erhalten. Der Name Tongariro bezeichnete ursprünglich alle drei Berge des Parks (den Mt. Tongariro, Mt. Ngauruhoe und den Nt. Ruapehu).
Mit seinen hoch aufragenden aktiven Vulkanen ist der Nationalpark eine der spektakulärsten Regionen Neuseelands. Weltberühmt wurde die Landschaft dank ihrer "Rolle" in Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie. U.a. wurde der Schicksalsberg in diese Gefilde verlegt. Im Sommer finden Wanderer ausgezeichnete Strecken vor und im Winter verwandelt sich der Park in ein beliebtes Skigebiet. Lonely Planet
In diesem Nationalpark gibt es mehrere Wandertouren, kürzere Touren von 2-3 h oder Mehrtagestouren. Wir hatten uns den "Tongariro Northern Circuit" ausgesucht. Für diesen Track sollte man ca. 3 - 4 Tage einplanen und kann dann noch zusätzlich einige Abstecher machen. Wir haben uns dann gedacht, dass wir einen kleinen Abschnitt des Tracks weglassen und dafür aber den Mt. Ngauruhoe (2.287 m) erklimmen werden.
Der Mt. Ngauruhoe ist nach dem Mt. Ruapehu (2.797 m) der zweithöchste Vulkan des Nationalparks und es wird vermutet, dass er sich erst in den letzten 2.500 Jahren gebildet hat. Er ist also ein noch recht junger Bursche. Die Hänge um den Gipfel verlaufen immer noch vollkommen symmetrisch. Im Gegensatz zu den beiden anderen Vulkan, die mehrere Schlote haben, ist der Mt. Ngauruhoe ein kegelförmiger Vulkan mit nur einem Schlot. Dieser stand in Herr der Ringe als Kulisse für den Schicksalsberg in Mordor zur Verfügung.
Ja und für das Wochenende war dann unser großes Ziel auf dem Kraterrand des Mt. Ngauruhoe zu stehen.
Wir sind dann am frühen Nachtmittag des Freitags in Whakapapa Village angekommen und haben uns dort im Informationszentrum erkundigt, wie die Wettervorhersage für die nächsten Tage aussieht. Freitag war bestes Wetter, für die nächsten Tage wurde dann etwas unbeständigeres Wetter angekündigt, recht wolkig und windig aber im großen und ganzen überwiegend trocken. Dann haben wir noch unsere Tickets für die Hütten, in denen wir die nächsten zwei Nächte übernachten wollten, vorgebucht.
Anschließend haben wir dann unsere Rucksäcke startklar gemacht und nach einer kleinen letzten Stärkung sind wir dann gegen 16:30 Uhr vom Whakapapa Village aus gestartet.
Unser Ziel war es, am frühen Abend die Mangatepopo Hut zu erreichen. Für den Weg waren bei gutem Wetter 3,5 h und bei schlechtem Wetter 5,5 h angegeben. Wir hatten den Weg dann bei bestem Wetter in knapp drei Stunden geschafft.
Am Anfang führte der Weg erst durch ein kleines Waldstück und anschließend durch Steppe. Es ging immer mal wieder etwas bergauf und bergab, durch etliche Flusstäler. Die meisten Flusstäler waren jedoch ausgetrocknet. Im Hintergrund befand sich der Gipfel des Mt.Ngauruhoe, unser großes Ziel für den nächsten Tag.
Diese Gegend stand im völligen Gegensatz zu den saftig grünen Wälder, die sich vielleicht 10 Autominuten entfernt befanden.
Kurz nach 19 Uhr sind wir an der Mangatepopo Hut angekommen. In den Sommermonaten befindet sich auf jeder Hütte ein Angestellter, der die Wanderer dort empfängt. Als wir an der Hütte anbekamen, waren wir dort die ersten Wanderer des Tages. Die Hütten sind recht einfach ausgestattet, Gasheizung, WC und frisches Trinkwasser sind vorhanden und in den Sommermonaten stehen Gaskocher zur Verfügung. Also alles, was man so zum überleben braucht ;-)
Als wir es uns dann in der Hütte gemütlich machten, haben wir erstmal festgestellt, dass wir so einiges im Van vergessen hatten (z.B. Taschenlampe, Kerzen, Besteck, Tee usw.) und wir hatten angenommen, dass es in den Hütten auch Töpfe gibt, was jedoch nicht der Fall. Also hatten wir erstmal das Mädel, welches dort auf der Hütte arbeitete, gefragt, ob wir uns von ihr mal einen Topf und zwei Gabeln ausborgen können. Nachdem Sie ihr Essen zubereitet hatte, hat sie uns dann ihren Kochtopf geborgt, so konnten wir also auch unser Essen zubereiten...
Wir haben uns dann mit ihr unterhalten und die erzählte uns, dass sie gerade mit der Schule fertig geworden ist und insgesamt 4 Wochen in dem National arbeitet. Man bekommt dafür kein Geld, aber dafür kostenlos Unterkunft und Verpflegung und kommt täglich mit vielen Menschen in Kontakt.
Später haben wir dann mit ihr noch so einige Runden Karten gespielt. Das war echt lustig, erst recht als es dann dunkel wurde und wir uns mit ihrer Taschenlampe (sehr klein) und meinem Handydisplay begnügen mussten. Aber es war gut, denn ich habe fast alle Runden gewonnen. hahaha...
Mitten in der Nacht kamen dann doch noch weitere Wanderer an der Hütte an. Nächsten Morgen haben wir dann von den "Neuankömmlingen" noch leckeren Bacon bekommen. Die Drei kamen aus Auckland und wollten den gleichen Weg wie wir gehen, ohne jedoch den Vulkan zu besteigen. Und ihr Plan war es, das Ganze an einem Tag zu schaffen.
Nach dem Frühstück haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Anfangs war der Himmel noch vollständig bedeckt, es dauerte jedoch nicht all zu lange, bis die Wolkendecke nach und nach aufriss und die Sonne hervor kam. Durch das Zusammenspiel zwischen Wolken, Sonne und Berge hatte man wirklich immer wieder ein unbeschreibliches Panorama. Nachdem wir dann ca. 1,5 h unterwegs waren, haben wir den Fuß des Mt. Ngauruhoe erreicht. Wir haben dann unsere Rucksäcke am Fuß des Vulkans zurück gelassen, was sich als eine sehr gute Entscheidung herausstellte...
Gegen Mittag hatten wir dann den Kraterrand erreicht, bis dahin hatten sich die Wolken fast vollständig aufgelöst und wir hatten einen wahnsinnigen Ausblick. Dort oben lag sogar noch ein Wenig Schnee und Eis und es wehte eine steife Briese. Den Anblick des Schlotes sowie den Ausblick kann man eigentlich gar nicht beschreiben, da lass ich am besten mal die Fotos für sich sprechen...
Der Weg hinunter war dann fast wie Skifahren ohne Skier, denn durch das lose Lavagestein konnte man eigentlich nur, so gut es ging, hinunter rutschen. Eine recht staubige Angelegenheit...
Anschließend führte der Weg weiter durch den "South Crater", am "Red Crater" sowie an den "Emerald Lakes" vorbei. Dabei boten sich uns immer wieder andere Landschaften. Es sah schon recht lebensfremd dort aus, aber auf Jedenfall beeindruckend. Von den "Emerald Lakes" aus hatten wir dann noch 1,5 h bis zur "Oturere Hut". Dieser Weg führte wieder durch eine völlig andere Gegend, hier waren überall riesige versteinerte Lavabrocken.
So gegen 18 Uhr haben wir dann die "Oturere Hut" erreicht. Diesmal waren wir nicht die einzigen Wanderer, die dort übernachtet haben. Als wir die Hütte erreicht hatten, waren bereits einige Wanderer da und bis zur Dämmerung sind noch einige dazu gekommen. Unter anderem auch die 3 Auckländer aus der letzten Hütte. Sie hatten sich für diesen Tag wohl doch ein wenig viel vorgenommen, denn bis zu ihrem eigentlichen Ziel lagen, laut Karte, noch 8,5 h Fußmarsch vor ihnen. Das haben sie sich dann doch lieber für den nächsten Tag aufgehoben.
Der Wirt dieser Hütte hat uns dann auch gleich begrüßt und hat uns unter anderem gesagt, das es ganz in der Nähe einen Wasserfall gibt, den man auch als "natürliche Dusche" nutzen kann, nur ein kurzen Fußmarsch von ca .5 Minuten entfernt. Da sind wir dann auch gleich erstmal hin, denn der Staub des Vulkans hatte halt so seine Spuren hinterlassen. Der Wasserfall sah auch wieder sehr beeindruckend aus, es waren bestimmt so 15 - 20 Meter, die das Wasser dort nach unten rauschte und oberhalb des Falls konnte man sich in dem Bach erfrischen. Leider hatten wir da keinen Fotoapparat mit.
Auch an diesem Abend konnten wir uns wieder einen Kochtopf ausleihen, so dass wir nicht verhungern mussten.
Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich erst gegen 8 Uhr aufstehen, aber da es in den Hütten recht hellhörig ist und die ersten bereits kurz nach 6 Uhr aufgestanden sind, war für und dann auch recht schnell die Nacht zu ende. Aber es war auch gar nicht so schlecht, denn immerhin lagen noch ca. 8,5 h Fußmarsch vor uns...
Wir sind dann kurz vor 9 Uhr los und auch an diesem Tag stimmte der Wetterbericht nicht wirklich, denn es war blauer Himmel mit viel Sonne, recht warm, aber auch recht windig. Nach gut 2 Stunden hatten wir dann die nächste Hütte erreicht und dort erstmal eine knappe halbe Stunde Pause eingelegt.
Der Weg bis dort hin führte größenteils durch eine recht karge Landschaft, ca. eine halbe Stunde vor der Hütte hatten wir dann ein Tal erreicht, durch das ein Fluss lief und hier waren wir dann kurzzeitig mal wieder mitten im Wald, was nach 1,5 Tagen nur Steine und Sand echt angenehm war.
Ja und nach der kurzen Pause an der Hütte, in der wir uns noch mit dem Hüttenwirt unterhalten hatten (er kam ursprünglich aus Polen), haben wir dann die letzten 5,5 h Marsch auf uns genommen. Dieser führte hauptsächlich durch Steppe und der Wind und die Sonne machten einen schon ganz schön zu schaffen. Ich hatte das Gefühl, dass sich der Weg immer mehr in die Länge zog. Bei jedem Hügel hatte man gedacht, dass dahinter doch endlich das Whakapapa Village zu sehen sein müßte...
Wir sind dann schließlich um 16 Uhr wieder an unserem Van angekommen und hatten dann so einige Kilometer zurück gelegt. Von dort aus sind wir dann nach Taupo gefahren, haben kurz im Supermarkt eingekauft und sind dann so gegen 18 Uhr an der "Acacia Bay" am Lake Taupo, wo wir bereits einige N ächte zuvor übernachtet haben, angekommen.
Dort gab es dann zur Belohnung leckere Nudeln und ne ganze Menge Rotwein.
Was kann es schöneres geben????
Den nächsten Tag haben wir dann überwiegend am Lake Taupo verbracht und einfach nur relaxt.
Hier noch der link zum Fotoalbum, viel Spaß beim gucken:
http://picasaweb.google.com/partytom007/48HAufDemTongariroNorthernCircuitUnterwegs
Die besten Grüße von den Wanderern
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2 Kommentare:
Einen schönen Geburtstag hattest du bzw. ihr. Kann dem Wintergeburtstagskind gut nachfühlen.
Bin jetz wieder auf dem neuesten Stand ;o)
LG an die beiden Neuseeländer
Sina und Andi
Hä? Wieso steht denn mein Kommentar unter diesem Topic? Hatte ihn doch unter My birthday abgegeben.
Mhh als net wundern
deSina
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