Samstag, 4. April 2009

Unsere ersten Tage auf der Südinsel!

Ja, hiermit melde ich mich mal wieder zu Wort. Wir sind nun bereits schon fast 4 Wochen auf der Südinsel und haben wieder einmal eine Menge gesehen und erlebt.

Aber immer der Reihe nach....

Heute möchte ich euch erstmal von unseren ersten Tagen auf der Südinsel berichten. Ich hoffe mal, dass ich das alles noch halbwegs zusammen bekomme. Ich bin ja schließlich auch nicht mehr der Jüngste ;-)

Jedenfalls sind wir am Nachmittag des 10.03. in Picton auf der Südinsel angekommen. Picton ist sozusagen das Tor der Südinsel. Jeder, der mit der Fähre von der Nord- zur Südinsel fährt, kommt in Picton an.
An dem ersten Tag haben wir uns dort aber nicht lange aufgehalten, da wir uns lieber in der Nähe des Ortes ein schönen Platz zum übernachten gesucht haben, schließlich waren wir an diesem Tag ja schon recht lang unterwegs.

Picton liegt in den "Marlborough Sounds". Diese bieten viele schöne Buchten, Inseln, Bays und Wasserstraßen. Sie wurden von Meer geschaffen, das nach der Eiszeit die tiefen Täler überflutete. Lonely Planet

Wir sind von Picton, was im "Queen Charlotte Sound" liegt, aus die Straße einfach Richtung Osten gefahren und irgendwann im "Port Underwood" (dem "Nachbar-Sound") angekommen. Dort sind wir dann noch ca. 15 - 20 km eine unbefestigte Schotterstraße (von denen es hier wirklich mehr als genug gibt) lang gefahren und irgendwann in einer herrlichen Bucht angekommen, wo wir mit dem Van direkt an den beach fahren konnten. So hatten wir eine ganze Bucht, welche ringsum von bewaldeten Bergen umgeben war, für uns allein. Da hatte sich die kilometerlange Fahrt über die Schotterpiste doch mal wieder gelohnt...

Den nächsten Tag haben wir dann in der Bucht einfach noch ein wenig entspannt. Da sich dann aber die Sonne im Laufe des Vormittags langsam aber sicher verzogen hatte, sind wir gegen Mittag erst einmal nach Picton gefahren. Haben dort ein paar Wege erledigt und uns in der i-site informiert, denn den nächsten Tag wollten wir uns Mountainbikes ausleihen und den "Nydia Track" mit dem Rad bezwingen.

In der i-site hatte man uns gesagt, dass wir in Havelock, in dessen Nähe sich auch der "Nydia Track" befindet, Mountainbikes ausleihen können. Also haben wir uns auf den Weg nach Havelock gemacht. Wir haben den 36 km langen "Queen Charlotte Drive" gewählt, dieser war zwar sehr kurvenreich und unser Van hatte ganz schön zu tun die Steigungen zu überwinden, aber dafür hatte man super Ausblicke über den "Queen Charlotte Sound". Zwischendurch haben wir noch eine kleine Kaffeepause eingelegt und die Aussicht genossen.

Als wir dann in Havelock angekommen sind, haben wir uns bei der dortigen i-site nochmals wegen den Mountainbikes erkundigt und wie sich dann dort heraus stellte, war es doch gar nicht so einfach, wie uns die Dame in Picton erzählt hatte. Denn in Havelock selbst konnte man keine Mountainbikes ausleihen, sondern nur einfache Räder. Diese sind jedoch nicht für eine Tagestour auf dem "Nydia Track" geeignet. Und die nächsten Möglichkeiten, sich Mountainbikes auszuleihen, waren jeweils ca. 25 km entfernt. Hinzu kam noch, dass man den Track an einem Tag nur in einer Richtung abfahren kann, da er 27 km lang ist und durch ein recht schwieriges Gelände führt. Also benötigten wir noch eine Möglichkeit, vom Ende des Tracks wieder zum Anfang zu kommen. Dies wäre entweder mit einem Wasser-Taxi oder mit einem Bus möglich gewesen. Dass war dann aber doch alles ziemlich umständlich, da die Busse nur recht selten fahren, die Wassertaxis recht teuer und die Möglichkeiten, sich Mountainbikes auszuleihen, dazu noch so weit entfernt waren.

Also haben wir zusammen mit dem Mitarbeiter der i-site, der wirklich super nett und kompetent war, nach Alternativen gesucht. Er hatte uns dann empfohlen, dass wir als schöne Tagestour auch einen Teil des "Queen Charlotte Tracks" fahren können, da dort direkt auch die Möglichkeit besteht, sich MTB auszuleihen. Er hatte auch gleich bei dem Verleih angerufen und nachgefragt, ob für den darauf folgenden Tag noch Räder verfügbar waren. Da sich im Verleih für den nächsten Tag eine größere Gruppe angemeldet hatte, gab es dafür keine Garantie.

Dann kam uns die Idee Kajaks ausleihen und auf diese Weise den "Queen Charlotte Sound" zu erkunden.. Daraufhin hatte der Mitarbeiter der i-site uns einen Flyer von einer Lodge gegeben, die an ihre Gäste kostenlos Kajaks vermietet. Er sagte, dass wir dort auch nachfragen könnten, da die Übernachtung in der Lodge auch nicht teurer sein würde, als die Ausleihgebühr für die Kajaks.

Das hörte sich natürlich auch gut an, da wir für die nächste Nacht sowieso noch keinen Platz zum Übernachten hatten. Also sind wir von Havelock aus wieder ein Stück zurück Richtung Picton gefahren. Da der Verleihservice am "Queen Charlotte Track" eh schon geschlossen hatte, sind wir gleich zu der "Anakiwa Lodge" gefahren. Diese befindet sich direkt am Anfang des "Queen Charlotte Tracks".

Anfangs waren wir von dem Wort "Lodge" noch etwas abgeschreckt, weil uns das an unsere erste Unterkunft in Hastings erinnerte. Als wir in der "Farmhouse Lodge", außerhalb Hastings, gewohnt haben. Welche ja nur eine heruntergekommene "Schlafburg" für Picker und Packer war.

Aber die "Anakiwa Lodge" sah schon von außen super aus. Der Vermieter begrüßte uns gleich freundlich. Wie sich später herausstellte, hatten wir Glück noch 2 Betten zu bekommen. Die Lodge hatte insgesamt nur 10 Betten und in der ersten Nacht waren davon 9 belegt.
Der Vermieter machte mit uns einen kleinen Rundgang um stolz sein Anwesen zu zeigen. Die erst Ende 2007 eröffnet Lodge sah auch dem entsprechend gut aus.

Das war bis dahin wirklich die beste Unterkunft, die wir hatten. Als wir nachgefragten ob am nächsten Tag Kajaks zum Ausleihen zur Verfügung stünden, sagte er uns, dass sich bereits ein paar andere Gäste für den Vormittag angemeldet haben.
Mit den Worten "Don`t worry...it will work out... eyyyyy" vertröstete er uns auf den Nachmittag.

Am nächsten Tag haben wir erst den ersten Abschnitt den "Queen Charlotte Tracks" (welcher wohl auch der schönste Abschnitt sein soll) zu fuß bewältigt und Nachmittags "wörkte es auch out" und sind dann mit den Kajaks durch den Sound gefahren. Was eigentlich auch die beste Kombination für diesen Tag gewesen ist, da es am Vormittag noch bewölkt und frisch war. Nachmittags sind wir dann bei Sonnenschein mit den Kajaks unterwegs gewesen.

Die Gegend hat mir echt gefallen. Das azurblaue Wasser und dazu im Kontrast die grünen Berge...

Ja, letzendlich hat es uns in der Lodge so gut gefallen, dass wir dort gleich zwei Nächte übernachteten. Wir haben noch zwei einheimische Ehepaare kennen gelernt. Diese kamen von der Nordinsel und haben auf der Südinsel gerade ihren Urlaub verbracht. Mit ihnen kamen wir recht schnell ins Gespräch und Susi hat uns gleich mal ihre Adresse, Telefonnummer und E-mail gegeben. Sie sagte, dass wir uns ruhig melden könnten bevor wir wieder auf die Nordinsel fahren. Wir könnten sie dann gern besuchen kommen und mit ihrem Mann und den beiden Söhnen fischen, Wasserski oder Wakeboard fahren. Ja, wieder einmal echt nette Kiwis kennen gelernt.
Wir haben uns mit ihr auch darüber unterhalten, dass wir demnächst hier auf der Südinsel auf Jobsuche gehen werden und sie hat uns viele Internet-adressen genannt, bei denen wir unser Glück doch ruhig versuchen sollen.

Nach den zwei Nächten in der Lodge sind wir dann weiter Richtung Nelson gefahren. Nelson ist eines der Haupreiseziele in Neuseeland - auch für Kiwis. Das haben wir auch sofort gemerkt, als wir ein wenig durch das city centre geschlendert sind. Hier gab es sogar mal kleine Cafe’s, in denen man sich auf die sonnige Terrasse setzen und seinen Kaffe trinken konnte. Das ist hier in Neuseeland nämlich eher eine Seltenheit...

In Nelson haben wir dann noch die Registrierung unseres Autos verlängert. Das ging auch wieder völlig unkompliziert. Einfach in ein Post-office rein, ein Formular (eine A4-Seite) ausfüllen, ca. 58 $ bezahlen und innerhalb von 5 Minuten hatten wir die Registrierung für ein viertel Jahr verlängert.

Von Nelson aus sind wir dann weiter Richtung Norden, bis zum Beginn des "Abel Tasman National Park" gefahren. Dort haben wir uns einen Platz zum übernachten gesucht, was mal gar nicht so einfach war. Da diese Gegend touristisch sehr erschlossen ist, konnte man dort leider nicht überall, wo man wollte, direkt am Strand übernachten. Nachdem wir eine ganze Weile gesucht hatten, haben wir dann schließlich doch noch etwas gefunden.

Eigentlich wollten wir dann gleich den nächsten Tag im "Abel Tasman National Park" wandern gehen, aber zum einen war das Wetter recht durchwachsen und wir hatten auch noch nicht so recht einen Plan, welchen Stück des Tracks wir gehen wollten. Der gesamte Track dauert nämlich 4 Tage und das war uns dann doch ein wenig zu viel. Also sind wir dann erstmal zur nächsten i-site gefahren und haben uns dort zum einen über den "Abel-Tasman-Track", die "Golden Bay", andere Sehenswürdigkeiten in der Gegend und den Wetterbericht für die nächsten Tage erkundigt.

Für die kommenden Tage wurde bestes Wetter vorausgesagt. Somit haben wir uns dann dazu entschlossen, an diesem Tag ein paar Höhlen in der Gegend anzuschauen (somit hatten wir dann auch gleich das trübe Wetter überbrückt). Anschließend wollten wir dann die "Golden Bay" unsicher machen, bis zum nördlichsten Punkt der Südinsel, dem "Cape Farewell", vorstoßen und im Anschluss daran eine Tagestour im "Abel-Tasman National Park" unternehmen.

Somit war der grobe Plan für die nächsten Tage gestrickt und es konnte los gehen.

Als erstes sind wir zu dem "Harwood’s Hole" gefahren.

Das Loch ist 400 m tief, 70 m breit und hat einen Höhenunterschied von 183 m. Wenn man sich dem Höhleneingang nähert, sollte man Vorsicht walten lassen - Es kam bereits zu Unfällen. Nur sehr erfahrene Höhlenkundler sollten in die Höhle selbst vorstoßen. Die Umgebung hier war übrigens der Chetwood Forest in den "Herr der Ringe"-Filmen. Lonely Planet

Der Weg dorthin führte mal wieder kilometerlang über Schotterpiste, zum Glück ist unser Van ja mehr oder weniger geländetauglich.
Der Wald und die Höhle sahen wirklich toll aus. In der Nähe der Höhle war auch noch ein schöner Lookout, von hier aus konnte man die Aussicht über die Berge bis hin zur "Golden Bay" genießen.

Anschließend ging es weiter Richtung "Golden Bay" hier haben wir uns in der Nähe von Takaka die "Rawhiti Cave", eine Tropfsteinhöhle, angeschaut. Der Weg vom Parkplatz dorthin führte erst an dem Flussbett eines ausgetrockneten Flusses entlang und dann steil bergauf durch den Wald. Auch wieder eine sehr schöne Landschaft und eine schöne Tropfsteinhöle...

Ja, das waren also unsere ersten Tage auf der Südinsel. Wie es dann in der "Golden Bay" weiterging ist dann eine andere Geschichte...

Hier kommen erst einmal ein paar Bilder für euch. Viel Spaß:

http://picasaweb.google.com/partytom007/UnsereErstenTageAufDerSudinsel


LG aus NZ Tobi & Tom

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