Donnerstag, 3. September 2009

Mein Winter in Methven - Mitte Juni bis jetzt

Man muss schon sagen, dass der Winter in Methven echt erträglich ist (wenn man mal die kalten neuseeländischen Häuser außer Betracht lässt). Den ganzen Winter über hat es hier im Ort ganze drei Mal geschneit. Der Schnee fiel dann aber meistens abends oder nachts und war am nächsten Tag auch schon wieder weg.

Vor 3 Jahren gab es hier wohl mal einen massiven Schneefall, bei dem innerhalb weniger Stunden 50 cm Neuschnee fiel. Das hatte zur Folge, dass die Stromversorgung im Ort völlig zusammen brach und der Ort mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten war....

Der kälteste Monat war der Juli. Dort gab es immer leichten Nachtfrost und tagsüber meist Temperaturen um die 5°C. Also nicht wirklich kalt. Gerade bei sonnigem Wetter kann man den Winter hier echt aushalten.

Ich denke aber, dass die Neuseeländer ein völlig anderes Wärmeempfinden als wir Europäer haben. Ich bin im Juli mit dicker Jacke und Mütze raus gegangen und die Einheimischen sind teilweise mit T-shirt und kurzer Hose unterwegs gewesen.

Und als es im August dann die ersten wärmeren Tage mit Temperaturen um die 15 °C gab, sind die Einheimischen gleich in Flipflops unterwegs gewesen.

Methven gilt in Neuseeland als Stadt, ist aber nicht größer als ein deutsches Dorf. Im Sommer gibt es ca. 1.000 Einwohner und in der Wintersaison sind es ca. 3.500 Einwohner. Also ein recht kleiner Ort und Jeder kennt hier Jeden.

Methven ist der Skiort zum Skigebiet am Mt. Hutt. Der große Unterschied zwischen den neuseeländischen und den europäischen Skigebieten ist, dass man vom Skiort bis zum Skigebiet mindestens nochmal eine halbe Stunde mit dem Auto unterwegs ist.

Methven liegt nicht weit über dem Meeresspiegel (das Meer ist ja auch nur 50 km entfernt) und das Skigebiet beginnt auf einer Höhe von 1.700 m. Der Weg dorthin führt über eine 14 km lange Schotterpiste bergauf. Völlig normal für Neuseeland, aber in Europa wäre solch eine Erschließung eines Skigebietes denke ich unvorstellbar.

Mit meinem guten alten Van hab ich es erst garnicht versucht dort hoch zu kommen.

Dadurch, dass ich in der Forest Lodge arbeite, habe ich einen Saisonpass zu einem sehr günstigen Preis bekommen. Dann habe ich mir noch ein Paar secondhand Ski gekauft und so bin ich wenigstens zweimal die Woche auf der Skipiste.

Als ich das erste Mal hoch gefahren bin, war in Methven selbst trübes Wetter und auf dem Weg nach oben sind wir dann durch die Wolken gefahren und das Skigebiet lag über den Wolken, so dass ich bei bestem Sonnenschein skifahren konnte.

Meine Arbeit hinter der Bar bringt mir in diesem Ort auch so einige Vorteile. Wenn ich zum Beispiel mit dem Skibus fahre, brauche ich nix zu bezahlen, da die Busfahrer gute Gäste von uns sind ;-). Montags fahre ich immer mit Dan, einer unserer Stammgäste hoch.

Das Skigebiet ist zwar im Vergleich zu den Skigebieten in Österreich recht klein, aber bei gutem Wetter kann man auf der einen Seite den Südpazifik sehen und auf der anderen Seite die Southern Alps, einfach toll.

Ja, so arbeite ich also an 6 Abenden in der Woche und gehe zweimal die Woche auf die Skipiste. An meinem freien Abend besuche ich meist eines der anderen Restaurants der Stadt. Das lustige an Methven ist, man kann hier abends ganz allein irgendwo hin gehen und man trifft immer einige Leute, die man kennt.

Zwei oder dreimal die Woche ist dann nach Feierabend auch noch nightlife angesagt ;-).
Und demnächst werde ich auch noch Golf spielen gehen. Methven hat nämlich einen guten Golfplatz und in Neuseeland kann man halt einfach mal so Golfspielen und muss dafür nicht mehr als umgerechnet 10 € ausgeben.

Ab und an unternehme ich dann mit einigen Freunden auch noch den ein oder anderen Ausflug in Methvens Umgebung. Ihr seht also, langweilig wird einem hier nicht.


Hier noch einige Bilder vom meinen Freizeitbeschäftigungen:

http://picasaweb.google.com/partytom007/MeinWinterInMethven
 
 
Beste Grüße
Thomas

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